Cito als Gastgeber der 14. EMSE-Tagung in Solingen
Cito Deutschland hat am 1. und 2. Dezember 2011 das Netzwerk zur empirischen Schulentwicklung EMSE im alten Bahnhof von Solingen empfangen. Zwei Tage lang tauschten sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Qualitätsinstituten aus dem Bildungsbereich und den Kultusministerien der 16 Bundesländer über das Thema „Verfahren und Instrumente zur schulinternen Evaluation von Schul- und Unterrichtsqualität“ aus.
Menno Boontje, Geschäftsführer von Cito Deutschland, begrüßte die Mitglieder der EMSE. Er sprach seine Dankbarkeit für die Möglichkeit, das EMSE-Netzwerk zu empfangen, aus und sagte: „Cito bemüht sich um das deutsche Bildungssystem und ist bereit und imstande seine Kooperation mit deutschen Bildungsinstituten zu intensivieren.“ Menno Boontje betonte zudem, dass er die EMSE-Arbeit hoch schätzt. Er wünschte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen produktiven Austausch.
Die EMSE-Konferenz fing mit drei Präsentationen an (für die Einzelheiten siehe Progamm). Anschließend wurden 13 Verfahren und Instrumente für die schulinterne Evaluation in einem Marktforum vorgestellt. Ferner wurden Dimensionen des Tagungsthemas in Arbeitsgruppen diskutiert.
Der zweite Tag wurde dem Schüler-Monitoring-System von Cito gewidmet. Prof. Dr. Olaf Köller, Direktor des IPN (Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik) aus Kiel und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats Cito Deutschlands, machte aufgrund des Anstiegs der Schülerinnen und Schüler mit einem Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem und dem erhöhten Anteil der sozial benachteiligten Schülerinnen und Schüler auf einen höheren Förderbedarf in allen Bildungsetappen aufmerksam. Demnach seien Systeme wie das Schüler-Monitoring-System relevant für Schulen.
Er erwähnte auch die sogenannten Linking-Studien, die den Output des Schüler-Monitoring-Systems mit den Bildungsstandards verknüpfen.
Prof. Dr. Wilfried Bos, Direktor des IFS (Institut für Schulentwicklungsforschung) aus Dortmund und ebenfalls Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats Cito Deutschlands, betonte, dass das Schüler-Monitoring-System ein objektiviertes Instrument zur systematischen Beobachtung der Lernentwicklung auf Individualebene darstellt. Unterstützt wurde er durch den ebenfalls Vortragenden Nils van Holt, IFS.
Ernst Heite, Gesamtschule Essen-Nord, und Joachim Kurda, Städtisches Mädchengymnasium Essen-Borbeck, berichteten als Schulleiter von ihren praktischen Erfahrungen mit dem Schüler-Monitoring-System. Sie sehen einen deutlichen Mehrwert des Instrumentes. Sie setzen die Testergebnisse beispielsweise dafür ein, eine möglichst individuelle Förderung gewährleisten zu können.
Dr. Huub Verstralen, Psychometriker von Cito, ermittelte Einzelheiten bezüglich der Zuverlässigkeit des Schüler-Monitoring-Systems, während sein Kollege Tom Duindam, Projektleiter des Schüler-Monitoring-Systems, das Instrument als schulisches Instrument, welches den Lehrerinnen und Lehrern eine wissenschaftliche Zweitmeinung bietet, vorstellte. Lehrkräfte können die erhobenen Leistungsdaten als Ausgangspunkt für ihr Handeln sehen und diese zur Unterstützung für die eigene Unterrichtsentwicklung nutzen.
Nachdem das EMSE-Netzwerk sich dazu entschieden hat, dass die 15. Sitzung im Juni 2012 in Berlin stattfinden wird, begaben sich die mehr als 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung wieder auf den Weg nach Hause.
Prof. Dr. Wilfried Bos (links) und Prof. Dr. Olaf Köller (rechts) erläutern den EMSE-Teilnehmern das Schüler-Monitoring-System
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