Testentwicklung von A bis Z
Der Workshop bietet eine Einführung in die Entwicklung und Beurteilung von Testverfahren zur Diagnostik von SchülerInnenkompetenzen.
Ein Test ist eine Komposition verschiedener Items (Aufgaben). Diese Komposition ist aber nicht beliebig, sondern folgt bestimmten Regeln. Die Zusammenstellung von Testaufgaben ist dabei wesentlich von der Zielsetzung des Tests (Was soll diagnostiziert werden?) abhängig. Solche Ziele sind beispielsweise in den Kernlehrplänen NRW als Regelstandards formuliert. Aus diesen Regelstandards ergeben sich aber noch keineswegs automatisch geeignete Testaufgaben bzw. Prüfungsaufgaben, diese Operationalisierungsleistung muss von den Lehrkräften eigenständig erbracht werden. Genau hier möchte der Workshop ansetzen und aufzeigen wie Operationalisierungen vorgenommen werden können, geeignete Testaufgaben für einen bestimmten thematischen Bereich aussehen können und welche Schlüsse aus den Ergebnissen gezogen werden können.
Bei Prüfungen in den oberen Klassen sehen wir beispielsweise eine Bandbreite von Testformen, die zwischen den bekannten Tests mit geschlossenen Fragen bis hin zu praktischen Aufträgen, Verarbeitungsaufträgen und Arbeiten für Portfolios variieren können. Dabei hat jede Testform Vor- und Nachteile. Nicht jede Testform eignet sich für jeden Zielprüfungstyp, für jeden Lehrstofftyp oder für jeden Schülertyp. Die Herausforderung und die Kunst besteht darin, die Testformen zu wählen, die zur Prüfung der inhaltlichen Ziele am besten geeignet sind.
Acht Schritten
Der Testkonstruktionsprozess kann im Allgemeinen in acht Schritten ausdifferenziert werden. Die Ausarbeitung der Schritte ist vom Ziel des Tests und den Randbedingungen abhängig. Die acht Schritte sind:
- Auswahl eines Themenbereichs aus den Kernlehrplänen (Was soll diagnostiziert werden?)
- Anpassung der Vorgaben an die konkrete Situation der Schule/Klasse (Was bedeutet dies für uns/unseren Unterricht?)
- Itemkonstruktion (Welche Fragen diagnostizieren?)
- Testdurchführung
- Itemevaluation (Haben wir inhaltlich das gemessen/diagnostiziert, was wir wollten?)
- Testzusammenstellung (Welche Fragen und Aufgaben sind tatsächlich geeignet?)
- Referenzrahmen (Beschreibung des diagnostizierten Bereichs: z.B. Arithmetik)
- Anleitung zur Testdurchführung; Rechenschaft
Im Workshop kommen all diese Schritte an die Reihe, aber der Schwerpunkt liegt auf der Erstellung und Beurteilung von Testaufgaben. Es werden konkrete Aufgaben erstellt und besprochen.
Was haben Sie als Lehrkraft von diesem Workshop?
Nach dem Workshop haben Sie eine bessere Einsicht in Testverfahren. Dies ermöglicht Ihnen, externe Tests besser zu beurteilen, aber, und dies ist noch wichtiger, auch über eigene Tests (Klassenarbeiten) zu reflektieren und sie gegebenenfalls zu verbessern. Dies kann für die Selbstevaluation in einem sich ständig ändernden Unterricht hilfreich sein.
Wir freuen uns erste Schritte mit Ihnen gemeinsam zu gehen!